24. Höhenwanderung zum Lago di Cancano - Vom Berg zum Stausee.
Bei dieser Wanderung bleiben wir immer in Italien. Sie erfordert einiges an Planung: Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln sind hier nämlich leider nicht mehr möglich,
weil die Firma Perego, die sowohl die Linien von Bormio zum Stilfserjoch als auch die von Bormio nach Cancano betreibt, den Fahrplan im Jahre 2008 so verändert hat,
daß an den Tagen, an denen die Linie zum Stilfserjoch verkehrt, die Busse nicht zum Lago di Cancano fahren und umgekehrt. Also braucht man für diese Wanderung einen
Chauffeur oder aber zwei Autos, von denen eines am Ziel abgestellt wird und das andere zum Ausgangspunkt der Tour fährt, wo man beim Berghaus Astras am Umbrailpaß
auf der Schweizer Seite parken kann.
Vom Schweizer Zollhaus wandern wir für 100 m auf der Umbrailstraße hinüber nach Italien auf die 4a Cantoniera, das 4. Straßenwärterhaus am "Giogo di Santa Maria"
zu, wie die Italiener den Umbrailpaß (2501 m) nennen bis gleich nach der Grenze ein Wanderweg nach rechts abzweigt. Wir bleiben nun auf der italienischen Seite und
gehen oberhalb der Stilfserjochstraße in westlicher Richtung am Südhang des Piz Umbrail entlang. Unterhalb unseres Wanderweges sehen wir die Siedlung S. Rainieri um
die kleine Kirche.

Blick auf San Rainieri an der Straße in Richtung Bormio.
Unser Pfad bringt uns zum fast verfallenen Stall Baitello di Cogno (2589 m). Weiter steigen wir langsam an und erreichen nach einer Weile den höchsten Punkt der
Wanderstrecke, den Paßübergang Bocchetta di Forcola (2768 m).
Im ersten Weltkrieg standen hier italienische Truppen und bewachten das Vorfeld des Stilfserjochs, auf dessen Ostseite die Österreicher lagen. Von den Resten der
Befestigungen können wir durch die "Schießscharten" auf unseren Wanderweg und auf das vor uns liegende Stilfserjoch schauen.
Auf der Westseite wandern wir zum "Ricovero", der Kaserne aus dem ersten Weltkrieg und gehen weiter auf der ehemaligen Militärstraße weiter hinab durch das wilde Tal
des Bächleins Forcola und erreichen nach gut fünf Viertelstunden die Alm Baita di Forcola (2311 m). An der Ostflanke des Piz Schumbraida führt der Weg durch das Valle
di Forcola weiter hinab und bietet schöne Ausblicke auf die Berge südlich von Bormio. Von links mündet eine weitere alte Militärstraße ein. Schon haben wir Le Fornelle
(2021 m) erreicht. Hier beginnt der Fahrweg der Mailänder Elektrizitätswerke, die den Oberlauf der Adda intensiv zur Stromerzeugung nutzen. Das Bächlein Fornelle
strebt - tief eingeschnitten - der Adda zu. Sie fließt hinab nach Bormio im oberen Veltlin, das wir bald - ebenso wie die Stilfserjochstraße - sehen können. Nach einer Weile
zweigt ein Weg dorthin ab. Unser Weg steigt wieder etwas an und wir erreichen Grasso di Solena (1960 m) und wenig später auch das kleine Kirchlein, den Endpunkt der
Wanderung. In den Monaten Juli und August fährt von hier dreimal die Woche um 17.00 Uhr ein Linienbus nach Bormio hinab. Vor uns liegt der Lago di Cancano, der
ebenso wie der dahinterliegende Lago di San Giacomo di Fraéle den Mailänder Elektrizitätswerken zur Stromerzeugung dient.
Während der Sommermonate kann der Busfahrplan hier als Excel-Dokument heruntergeladen werden.

Lago di Cancano.
Wanderzeit : etwa 5 Stunden (16 km).
Höhenunterschiede : Aufstieg: etwa 270 m, Abstieg: etwa 800 m.
Höchste Stelle : Bochetta di Forcola (2768 m).
Einkehrmöglichkeiten unterwegs : keine !
Parkmöglichkeiten : Parkplatz beim Umbrailpaß.
Wichtig : Für den Grenzübertritt sind gültige Ausweispapiere mitzuführen !
Text: © Carsten Wasow 2002
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